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Gedanken zum Sonntag Lätare von Dekanin Schieder

22.03.2020

Heute feiern wir den Sonntag Lätare. Lätare heißt übersetzt: „Freut euch!“ Eine Aufforderung, die so gar nicht zu diesen Tagen zu passen scheint. Wir erleben derzeit alles andere als Freude. Der Corona-Virus verändert unseren Alltag gerade von Grund auf. Wir müssen Abstand nehmen von manchen Gewohnheiten; wir müssen Abstand halten von unseren Mitmenschen. Aus Vernunftgründen müssen wir uns einschränken, zurücknehmen, isolieren. Wie soll da Freude aufkommen?

Manchmal kommt die Freude langsam und leise daher. Nicht im typischen Gewand des lauten Trubels und fröhlichen Feierns. Manchmal stellt sich die Freude als stilles Vergnügen ein – statt mir ein lautes Lachen zu entlocken, umspielt sie mit einem kleinen Lächeln meine Lippen. Manchmal versteckt sich die Freude in den kleinen und unscheinbaren Dingen. Dort will sie sich von mir suchen und finden lassen.

Vielleicht hilft mir der verordnete, notwendige Rückzug, die vielen unterschiedlichen Arten der Freude wieder neu zu entdecken. Dann müssen sich diese Tage nicht gänzlich freudlos anfühlen – trotz der vielen belastenden und erschreckenden Nachrichten, die uns aus unserer Stadt, aus unserem Land und der ganzen Welt erreichen.

„Freut euch!“ Der Sonntag Lätare erinnert mit diesem Aufruf noch an einen weiteren Grund zur Freude. Dieser Grund ist uns im Glauben gegeben. Im Neuen Testament schreibt der Apostel Paulus seiner Gemeinde in Philippi: Freut euch in dem Herrn allezeit.Im Glauben finden wir allezeit einen Grund zur Freude durch Jesus Christus. Er ist uns nahe in aller Einsamkeit. Er steht uns zur Seite steht in aller Unsicherheit. Er hört und versteht uns, wenn wir uns selbst nicht mehr auskennen. Ihm können wir anvertrauen, was uns belastet, was uns Sorgen macht, wovor wir Angst haben.

Am vergangenen Samstag hätte in St. Martin die Abendmusik zur Passion stattgefunden. Passend zum Sonntag Lätare hätte der Konzertchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Hans-Eberhard Roß die Mottete von Johann Sebastian Bach „Jesu, meine Freude“ aufgeführt. Sicher finden Sie im Internet oder vielleicht auch in Ihrem CD-Regal eine schöne Aufnahme von diesem Werk. Oder aber Sie nehmen einfach zu Hause Ihr Gesangbuch zur Hand und schlagen das Lied 396 auf. Dort können Sie die Verse lesen, die Bach für seine Mottete vertont hat und in denen die Freude aufkommt, zu der Paulus einst seine Gemeinde ermutigt hat. Durch die Jahrhunderte hindurch erklingt der Aufruf zur Freude im Herrn. Bis heute ist er nicht verstummt. Auch wir können uns heute von ihm erreichen und stärken lassen.

Freut euch in dem Herrn allezeit. Immer wieder will ich sagen: Freuet euch. Euer Mitgefühl soll allen Menschen bekannt werden. Der Herr ist nahe! Sorgt euch nicht; sondern in allen Dingen bringt euer Bitten im Gebet vor Gott. Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. (Phil 4, 4ff.)

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