Gedanken zum Ostermontag von Pfarrer Brodersen

Im Amendinger Schlößle hängen sehr wenige Bilder. Das liegt wohl v. a. an den vielen Fenstern, die hinaus in den Garten oder auf die Straße gehen. Nur drei echte Bilder mit Rahmen finden sich im ganzen Haus. Zwei davon haben witzigerweise das gleiche Motiv.

20 04 13 Andacht Ostermontag Bild 1

 Das eine Bild hängt im Gottesdienstraum im Erdgeschoss neben der Orgel. Obwohl die Kirchengemeinde es erst zur Einweihung des Schlößles vor 22 Jahren dort aufgehängt hat, sind das Bild und das Gebäude quasi Geschwister: Das Schlößle stammt von 1730, das Bild laut Aufschrift aus dem Jahr 1740.

Das andere Bild hängt in meinem Büro im ersten Stock. Einer meiner Vorgänger hat es scheinbar dort aufgehängt und inzwischen gehört es für mich mit zu diesem Büro dazu.

20 04 13 Andacht Ostermontag Bild 2

 Auf beiden Bildern sind drei Männer unterwegs: Im Büro geht es durch einen Wald. Im Gottesdienstraum sind die drei Männer schon am Waldrand angekommen: Rechts steht nur noch ein knorriger Laubbaum, links sieht man im Hintergrund schon Emmaus liegen.

Auf beiden Bilder ist exakt die gleiche Szene aus der Emmaus Geschichte (Lk 24, 13-35) dargestellt: Zwei der Jünger machen sich wenige Tage nach der Kreuzigung Jesu auf dem Weg nach Emmaus und treffen dabei einen Unbekannten, der ihnen in dieser Szene erklärt, warum die Geschehnisse der vergangenen Tage, die Kreuzigung, der Tod Jesu und das Verschwinden des Leichnams, die die Jünger so aufgewühlt haben … warum diese Geschehnisse so stattfinden mussten. (Vers 25-27). Einmal hat der Mann in der Mitte erklärend die Hand gehoben. Beim Bild im Gottesdienstraum steht der Vers 26 sogar unter dem Bild: „Musste nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?“

Die beiden Jünger wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie dem auferstandenen Jesus begegnet sind. Als sie kurz darauf in Emmaus ankommen, laden sie ihren Begleiter mit den berühmten Worten ein: „Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“

In diesem Augenblick fallen Weihnachten und Ostern quasi zusammen: Kurz nach Ostern ist Jesus bei diesen beiden Menschen. Er ist in dieser Situation der Immanuel (zu dt. der „Gott ist mit uns“), der in einem der Predigttexte an Weihnachten, bei Jesaja 7,14, versprochen wird.

Gott ist mit den beiden Jüngern in diesen schwierigen Tagen nach der Kreuzigung. Er ist mit ihnen, zunächst ohne dass sie es bemerken.

Lasst es uns daher den Jüngern gleichtun und beten: „Herr bleibe bei uns …“ Und darauf vertrauen, dass Jesus Christus auch in diesen Tagen „mit uns“ - mit seinen Jüngern – ist. Uns ein Stück Weg begleitet. Zu Hause oder auf einem Osterspaziergang: Sei es durch das Landesgartenschaugelände, wo manche von uns letztes Jahr am Ostermontag gemeinsam mit dem Bläserchor gelaufen sind. Sei es durch den Wald bei Eisenburg, oder wohin Ihre Schritte Sie in diesen Tagen führen.

Ihr Pfarrer Severin Brodersen

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